Monday, March 3, 2008

Schotterpisten, Reifenpannen und Shrek

Es ist schon wieder soviel passiert. Ich weiss garnicht wo ich anfangen soll. Also mein letzter Tag am Ende der Welt hab ich wieder mit wandern zugebracht. Dachte mir wenn ich schon an einem ausgefallen Platz auf dieser Welt bin kann ich auch mal aus der Reihe tanzen und etwas tun was sonst nicht gerade an erster Stelle meiner Hobbyliste stehen. Also hab ich wieder mein kleines Rucksaeckchen gepackt meine Turnshuhe angezogen (wennich so weiter mache wuerden sich Wanderstiefel vielleicht doch noch lohnen) und auf gings Richtung Lagoon Esmeralda. Max wie immer 10m voraus. Er hat ein Tempo drauf, dass man meinen koennte er ist im Armee Trianings-Camp. Der Hike war fuer gut 3 Stunden angesetzt. Wir habens in knapp 2 Std geschafft inkl. Picknick an der Lagoon. Unser kleines Abenteuer des Tages: Wasserfall/ Flussueberquerung und die Herausforderung nicht in den Sumpf/das Moor zu treten. Weil Gummistiefel hatten wir nicht. Wie schon am Vortag hiess dass fuer mich ab und an Barfuss laufen.
Das wurde mir gleich mit einer leichten Erkaeltung heimgezahlt. Aber ich hab beschlossen, dass ich keine Zeit zum krankwerden habe.

Nach einer sehr kurzen und danke meiner Mitbewohner lauten Nacht gings dann am Freitag Richtung Chile. Punta Arenas um genau zu sein. Der Bus ging um 5:30 Uhr in der Frueh also bin ich mit meinen rund 20 Kilo Gepaeck total verpennt morgens um 5 durchs Dorf gejuckelt. Das Leben eines Backpackers. Mein Back ist total ruiniert. Was wuerd ich fuer einen Chiropractor geben. Aber ich will nicht meckern, genau das hab ich ja gewollt. Im Bus hab ich nur ncoh geschlafen, bzw es versucht. Der Bus war nicht besonders bequem und die Strassen nicht wirklich geteert. Jedersmal wenn ich weggenichkt bin und mein Kopf nach vorne wegkippen wollte wurde er unsanft zurueckgeschleudert. Waehrend ich so da sass und die oede Landschaft an mir vorueberzog dachte ich warum bin ich eigentlich nciht gleich weiter nach Norden geflogen. Das hier kostet mich nur Zeit und mir wurde bewusst, dass ich innerhalb der naechten paar Tage 3x die Grenze ueberqueren muss. Was mit dem Bus immer recht lange dauert. Zuerst bei den Argentiniern auschecken, dann wieder rein in den Bus, einen Kilometer fahren und dann bei den Chilenen einchecken (ein gemeinsames Zollhaus gibt es nicht. Die Jungs moegen sich nciht besonders). Waehrend der ganzen Grenz-Aktion gab es aber einen suessen Moment. Ich habe Shrek gesehen. Einer der argentinischen Zollbeamten war sein "weisser" Zwilling. Er hatte auch noch ein Schild mit einem Shrek Foto an seinem Platz auf dem stand "Hier bedient sie Armali "Shrek" Fernando Jose". Da musste ich schmunzeln. Nach rund 10 Stunden kamen ich dann endlich in Punta Arenas an und dachte mir erst recht warum bist Du nicht geflogen. Um ehrlich zu sein ist die Stadt sehr haesslich. Zu dem war es klat, grau und regnerisch. Ich dachte, es gibt besser einen guten Grund warum ich hier gelandet bin. Den Grund dafuer sollte ich auch schon kurz darauf erfahren. Durchs Tourist-Office haben Max und ich uns ein guenstiges Doppelzimmer gebucht. Es hatte ein eigenes Bad!!! und eine Daunendecke!!!. Ich kam mir vor wie im Ritz Carlton.
habe geschlafen wie ein Baby. Am naechsten Morgen hab ich eine 4-taegige Schiffahrt fuer naechste Woche gebucht und das naechstes Busticket aus der Stadt. Diesmal um 8 Uhr frueh. Nicht ganz so schlimm, aber es war schwer am morgen mein schoenes kuscheliges Bettchen zu verlassen. Aber der Gedanke diesen Ort zu verlassen hat mich getrieben. Ich sass also wieder in einem Buss. Die Fahrt nach Puerto Natales dauerte nur ca. 4 Stunden. In diesen 4 Stunden sollte ich aber den schlechtesten Cafe meines Lebens trinken. Ich kann ihn mit Worten nicht beschreiben. Braunes Zucker oder besser Suessstoffwasser kommt dem Gesoeff am naechsten. Es ist mir ein Raetsel wie man soetwas zubereiten kann.
Je naeher ich aber nach Puerto Natales kam um so besser wueder meine Stimmung und als ich dort ausstieg war die Welt wieder in Ordnung. Ein kleines Dorf am Meer. Die Sonne schien, schneebdeckte Bergspitzen in der Ferne und keine Wolke am Himmel. Was braucht man mehr zum gluecklich sein? Ich in diesem Moment einen guten Kaffee. Und den sollte ich auch bekommen zusammen mit einem super leckeren Stueck Blaubeerkuchen. Max und ich genossen das suesse Leben in Puerto Natales. Es war unser letzter Tag zusammen. Heute frueh trennten sich unsere Wege wieder. Max geht im Nationalpark fuer 4 Tage wandern und zwar hardcore mit Zelt. Das ist dann wirklich nichts fuer mich und ich hab nur ein paar Tage bevor das Schiff geht und moechte unbedingt noch den Glacier Pierto Moreno ein paar Stunden noerlich sehen. Dazu muss ich wieder ueber die Grenz nach Argentinien. Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen (die leckerste Pizza die ich seit Jahren gegessen habe), ging es heute frueh also wieder per Bus Richtung Argentinen. Nach El Calafate. Irgendwie werden meine Busse immer schlechter. Mein Vordermann sass, oder besser lag mir aufm Schoss. In Puerto Natales habich aber einen Schweizer, Christian, kennengelernt, der auf dem gleichen Bus sass, also hatte ich Company, jetzt wo Max weg ist. Holter die Polter ging es wieder hauptsaechlich nur ueber Schotterstrassen. Irgendwann musste ich dann fuer kleine Maedchen und da man ja ausser an der Grenze nicht aussteigen darf musste ich auf die Boardtoilette. Ich hatte wirklich gehofft, dass das nicht passieren wueder. (wie das halt so ist musste ich an der Grenze noch nicht). Normalerweise wuerde ich meine Pinkelmomente nicht mit Euch teilen, aber dieser war ein kleines Erlebnis. Ich zwaengte mich also in das winzige Klo. Schon bevor ich uberhaupt die Hosen unten hatte flog ich mehrmals gegen die Wand (in diesem Moment waer ich wirklich gerne ein Mann gewesen). Zum Glueck war aber die Schussel Uebergross und es gab ich nenne sie mal "Hocke-Stabilisatoren", guenstig angebrachte Haltegriffe fuer die Hocke-Position. Soweit so gut. Ich dachte, das koennte ohne groessere Pannen funktionieren. Dann aber fuhr der Bus ploetzlich immer schneller auf der Schotterpiste. Ich klammerte mich fest und spannte die Oberschenkelmuskeln an, als wueder es um Leben und Tod gehen. Letztendlich hat alles "sauber" geklappt aber in meiner dunklen Kammer wusste ich immer noch nicht warum wir immer schneller wurden. Als ich das stille Oertchen verliess, sah ich, dass der Busfahrer in der Tat ein kleines Wettrennen mit einem andern Bus machte. Ich glaube es ging darum wer vorn dem andern fahren darf, wegen dem Steinschlag. Wir haben gewonnen und den anderen Bus abgehaengt.
Weiter gings duchs Niemandsland. Endlosen Weiten , kein Busch, kein Strauch, kein Schwein :-) weit und breit. Mitten in dieser Wildnis gab es einen lauten Knall. Der Bus hielt an und der Fahrer und sein Begleiter stiegen aus. Das Urteil: Reifenpanne. Die Jungs waren aber geuebt un nach knapp 30 Minuten waren wir schon wieder unterwegs. Im Bus hab ich dann noch zwei Deutsche, Robert und Jutta, kennengelernt. Sie haben fuer morgen ein Auto gemietet um nicht mit den Touribussen zum Glaetscher fahren zu muessen. Haben mir angeboten mitzukommen. Super genial. Wieder hat sich alles von selbst geregelt. Der Ort hier ist auch wunderschoen. Die Sonner scheint immer noch, und der Kaffe ist vorzueglich. Was kann ich sagen? LIFE IS GOOD!!!

PS: Ich weiss ich schulde Euch immer och Fotos, aber das Internet hier ist super langsam...