Tuesday, March 18, 2008

Magische Pillen und nervige Australier...

Endlich habich mal wieder Zeit zum schreiben. die letzen 2 Wochen bin ich aber einfach nicht dazu gekommen. Backpacking ist ganz schoen anstrengend.
Mein 4-taegige Schiffahrt von Puerto Natales nach Puerto Montt war eigentlich ganz unspektakulaer. Ich war gespannt wer meine 3 Kabinennachbarn sein wuerden. Als ich zum Hafen kam, entdeckte eine kleine, alten, lauten Australier, der mit 2 Frauen unterwegs war. Er ist mir Mittags im Cafe schon begenet und tierisch auf die Nerven gegangen. Ich dachte nur Bitte, bitte lass mich nicht mit dem typen und seinen 2 alten Schachtel die naechsten 4 Naechte verbringen muessen. Ein kleiner Giftzwerg der alles besser weiss und so laut redet dass auch wirklich jeder im Umfeld von 2 Km weiss was in der e-mail von seinem Freund stand. Aber wie immer, alles war gut. Ich kam in meine Kabine und da war Alex, ein deutscher der in Irland aufgewachsen ist und in New york lebt. Wir verstandenuns auf Anhieb gut. Gott sei dank, denn in der Kabine konnte man nicht umfallen und es fehlten ja noch Zwei. Diese Zwei waren Bob und Mary aus Chicago. Ein super lustiges altes Ehepaar. Mary warnt uns gleich vor, bzw entschuldigte sich vorab fuers Schnarchen (war aber garnicht schlimm). Ich war super happy mit meinen Roommates.
Am naechsten Morgen erwachte ich auf See zu Regen und Nebel. Es war ekelig kalt und grau und so sassen alle 130 oder so Passagiere nur rum und warteten auf besser wetter oder die naechste Fuetterung. Viel mehr kann man auf einem Frachtschiff bei schlechtem Wetter auch nicht machen. Wie angewurzelt sass ich in der Bar, die eher einem Wartesaal glich und zaehlte mit Alex die Stunden bis es wieder Essen gab. Die Ruhe tat mir, bzw meiner Erkaeltung aber ganz gut. Am 2 Tag war es aber mit der Ruhe vorbei. Morgens gabs einen kleinen Landgang. 1 Stunde konnten wir uns in Puerto Eden verweilen. Eine Stunde ist normalerweise nicht viel aber fuer Puerto Eden eine Ewigkeit. Hier gibt es NICHTS!!! Puerto Eden kann nur mit dem Schiff erreicht werden. Es leben rund 100 Leute hier und mindestens 200 Hunde und 400 Katzen. Ist aber an einem ganz huebschen Fleckchen Erde und fuer uns war es ein richtiges Highlight. Endlich was zu tun.
Am Nachmittag des 2. Tag erreichten wir dann das offene Meer und ploetzlich wurde es ganz still auf dem Schiff. Es wurde uns empfohlen, dass wir alle Pillen gegen Seekrankheit nehmen. Ich war hin und her gerissen schlisslich bin ich noch nie richtig Seekrank gewesen aber ich dacht mir besser vorbeugen als bereuen. Also schluckte ich zum 1. Mal in meinem Leben die kleine magische Pille gegen Seekrankheit. Und wie magisch sie war. Innerhalb einer halben Stunde war fast das komplette Schiff am schafen oder hing malat in irgendeiner Ecke. Ich begann alles doppelt zu sehen und fragte mich ob es nicht besser gewesen waere keine Pille zu schlucken. Aber was geschehn ist ist geschehen also Augen zu und durch. Ich gewoehnte mich an die Double-Vision und abgesehen davon ging es mir blendend. Ich genoss das Schaukeln des Schiffs richtig. War wie eine richtig lange Achterbahnfahrt. Rechts, Links, rauf, runter. Diese Meinung teilte aber keine andere so richtig mit mir...Abends um 20:30 Uhr war das Schiff fast wie ausgestorben. Irgendwann sass ich mehr oder weniger alleine in der Bar. Bis auf ein paar Jungs von der Crew. Einer von ihnen brachte ploetzlich ein kleines Voegelchen, dass er wohl an Deck gefangen hat. Ich durfte es fuer ein paar Minuten halten, bevor wir es wieder fliegen liessen. Das war ein sehr schoenes Gefuehl. Irgendwann wusste ich nichts mehr mit mir anzufangen.mit der Crew konnte ich mich auch nicht unterhalten denn sie sprachen nur spanisch und das ist bei mir immer noch nicht besser geworden...
Am naechsten Morgen waren wir wieder im ruhigen Wasser der Fjorde, die sonner schien und der "wir sitzen rum und warten aufs naechste Essen Lese-Zirkel" wird aufs Sonnendeck verlegt. Die Lanschaft ist herrlich aber irgendwann hat man das Gefuehl man reist im Kreis. es ist immer das Gleiche. Waehrend ich aber so dasitze und die warme Seeluft geniesse, taucht der nervige alte Australier wieder auf. Ich hab das Gefuehl, dass ich ihm nicht entkommen kann. Wo immer ich bin tauchte er auf. Er redet in einer unertraeglichen Lautstaerke dummes Zeug. Dann packt er auch noch eine Mundharmonika aus. Dagegen waer ja grundsaetzlich nichts einzuwenden aber er beginnt Weihnachtslieder zu spielen. Ich war kurz davor ihn ueber Bord zu werfen. An unserem letzten abend wurde gefeiert. Fuer das entertainment Program sorgt der Kapitaen selbst. Er spielt Keyboard und singt dazu. Alles von John Lennon "Imagin" bis Pink Floyd "The Wall". Es ist zum schiessen. Und ich trinke mal wieder viel zu viel. Muss ich am naechsten Morgen auch buesen....Die 4 TAg Ausruhen sind vorbei um 8 Uhr muessen wir von Bord. Mir droehnt der Schaedel und das wird noch schlimmer als der alte Australier wieder neben mir auftaucht. Ich habe Angst dass er mich weiter verfolgt. Ich gehe mit Alex, der sich entschieden hat eine Weile mit mir zu reisen, zum Busbahnhof. Wir wollen fuer 2 Tage nach Chiloe, eine Insel im Sueden von Chile. Aber zuerst kucken wir wo der Australier hin will, ich haette wegen ihm echt meine Plaene geaendert. Aber es sieht so aus als ginge er Richtung Norden.
2 Stunden spaeter bin ich auf dem Weg nach Chiloe, Chonchie genauer gesagt. Ein kleines Fischerdorf. Alex und ich mieten und im "Esmeralda by the Sea" ein. Es wird in jedem Reisefuehrer empfohlen und es ist wirklich ein ganz besonderer Ort. Carlos der Besitzer ist ein richtiger Character.Immer Zynisch und sarkastisch. Sein Humor ist so trocken wie ein altes Stueck Brot und egal was man ihn fragt oder ihm sagt, beantwortet er mit einer ausfuehlichen Geschichte, einem Schwank aus seinem Leben oder einem Witz. Fruehstuecken im Esmeralda dauert auch seine Zeit. 2 Stunden um genau zu sein. Carlos machte uns Pfannenkuchen. Angeblich ist seine Hilfe schon seit Wochen nicht mehr gekommen (ich glaub er hatte nie eine) und er muss jetzt alles selber machen. Wir ( 6 insgesamt) assen 2 Studen lang in Etappen. Alle 20 Minuten kam Carlos mit 2 Portionen. Hunger durfte man also keinen haben. Auch der Waschservice im "Esmeralda" war aberteuerlich. Ich hatte ja keine Ahnung das Carlos selbst waescht. Er meinte wir bekaemen unsere Waesche innerhalb von 24 Stunden wieder, es koennte allerdings sein, dass die eine odere andere Stocke fehlt. Die wueder hier naemlich des oefteren verschwinden ¿solange meine unterhosen nicht vrschwinden...) . 2 tge lange fragten wir Carlos nach der Waesche, er meinte nur, wenn wir Glueck haeten waer sie bis morgen fertig. Wir bekamen sie schliesslich 30 Minuten bevor der Bus fuhr und sie war nicht ganz trocken...
Unser Zimmer im Esmeralda war aber fantastisch. Wir hatten ein Doppelzimmer ¨(mit Zwei Betten, falls ihr Euch wundert :) mit Meerblick und eigenem Bad. Ich freute mich auf eine ausgibige Dusche, die sollte allerdings die kaelteste meines Lebens werden. Ich dachte Guatemala war schlimm, aber das uebertraf alles. Eigentlich haette das Wasser warm werden sollen und umweltbewusst wie ich bin, bin ich einfach schon im Kalten drunter und hab angefangen mir die Haare zu schamponieren. Das Wasser wurde aber nicht waermer und ich war von Kopf bis Fuss eingeseift. Schweineklat waere untertrieben. Mir blieb wirklich fast das Herz stehen...
Ich war auf Chiloe auch wieder wandern. Carlos schickte uns nach Lemuy eine vorgelagerte Insel. Dort koennte man sehr schoen einen Rundgang ueber einen schwarzen Strand mit schwarzen Schwaenen machen. Wir hatten GLueck und wurden von einem Ehepaar mit zu Faehre genommen. Die war man hoeren und staune UMSONST wo gibts denn sowas noch. Auf der Insel sah es aus wie zuhause im Schwarzwald. Wiesen, Felder, Waelder und Kuehe. Alex und ich machten uns auf den Weg zum schwarzen Strand. Keine Ahnung wieviel Kilometer es waren aber ich sag einfach mal viel... Der Strand war eine kleine Enttaeuschung. Es war kein schwarzer Sand, sondern gorsse Kieselsteine und von den schwarzen Schaenen war nichts zu sehen. Das allerschlimmste war aber, dass es erbaermlich nach Fisch stank. Vor dem Strand gab es naemlich eine Lachszucht. Ich hatte wirklich nicht das beduerfnis dort zu verweilen. Nach einer kurzen Pause schnaufte ich in der prallen Sonne zurureck zur Strasse . von wo es noch 2 Km zur Faehre waren, und von der Faehre weitere 4 km bis zum Esmeralda. Ich wusste nicht wie ich das noch schaffen sollte wir waren ja schon stundenlang gelaufen... Wie so oft hatte ich aber wieder GLueck. Das wohl einzige Auto das es auf dieser Insel gibt, kam angefahren. Der nette Chilene hielt an und fragte ob er uns mit zu Faehre und dann weiter nach Chonchie nehmen soll. Ich sagte nur: Si, SI, SI seƱor. Ein Geschenk des Himmels. und das 1. Mal in meinemLeben, dass ich "per Anhalter" gefahren bin (keine Angst Mama, ich war ja nicht alleine)
Ich wurde auch wieder bekocht. Diesmal Spagehetti ala Alex.
Nach 2 Tagen Chonchi verabschiedeten wir uns von Carlos und dem Esmeralda und gingen Richtung Norden nach Puerto Varas. Ein sehr netter Ort, mit richtigem Cafe ¿meisstens gibt es hier nur Nescafe) und Kuchen (heisst wirklich Kuchen hier).
Wir blieben aber nur eine Nacht und zogen weiter nach Pucon. Ein kleiner Urlaubsort an einem See (Villarrica) 6 Studen weiter noerdlich. Muss sagen mir reichts schon wieder mit Busfahren. Ich beschliesse, dass ich hier ein paar Tage bleiben werde. Ist zwar sehr touristisch (sieh aus wie in Oesterreich oder der Schweiz) aber die Sonner scheint, es gibt nette Cafes, Massage, heisse Naturquellen und einen Vulkan zu besteigen. Ok die Idee den Vulkan zu besteigen ist natuerlich nicht auf meinem Mist gewachsen. Wie es dazu kam und vorallen wie es war erzaehl ich Euch in meinem naechsten Eintrag. Jetzt muss ich erstmal am Strand ein bisschen Sonne tanken.

Fischerhafen von Puerto Natales


Puerto Natales


Blick vom Schiff


Blick von Schiff


Mein Travel-Buddy Alex


Mary und Bob, meine anderen 2 Roomates auf dem Schiff


Die anderen Passagiere auf dem Frachter. Sie waren in der Ueberzahl.





Alle warten auf die naechste Fuetterung


Der singende Kapitaen



Puerto Eden


Esmeralda by the Sea


Blick von unserem Zimmer im Esmeralda by the Sea


Chonchi, Chiloe Island


Vorschau auf die Vulkanbesteigung....