Monday, February 2, 2009

Das Great Barrier Reef...

...am diesem Fleck sollte meine Traumreise nun zu Ende gehe. Alles schien so perfekt. In Cairns buchte ich mich in ein kleines Hostal mit dem Namen “Dreamtime” (Traumzeit) ein. Ich dachte es ist ein passender Name. Und ich fuehlte mich dort auch auf Anhieb pudelwohl. In meinem kleinen 3-Bett Zimmer, zum ersten Mal in 13 Monaten ohne Stockbetten, lernte ich sofort nette Leute kennen. Alles war so familiaer. Die ersten 2 Tage verbrachte ich mit Nichtstun, was auch so ziemlich das einzige war, was man in der schwuelen Hitze machen konnte. Abends machte ich mich mit meinen 2 Zimmernachbarn auf den Weg in die Stadt. Da gerade “Autralia Day”, einer der wichtigsten Feiertage in Australien, war, war es recht ruhig. Nach einem meiner schlechtesten und teuersten Essen, endeten wir in einer Einheimischen Bar. Ich dachte man haette mich ohne meines Wissens auf einen anderen Planeten gebeamt. Es war die reinste Freak-Show. Der Raum selbst erinnerte mich an eine Bahnhofskneipe. Von der Decke flackerte grelles Neonlicht, in der Luft hing der Geruch von Bier und Schnaps vermischt mit altem, nassen Lappen. Der Boden war uebersaeht mit Papierschnippsel, alles Nieten eines Gewinnspiel. Am Tresen lehnte eine alte, zahnlose Aboriginal Oma mit glasigem Blick, daneben ein alter Mann mit wildem Haar und Blick, der den Anschein machte, als wuerde er irgendwo im Busch immer noch nach Gold suchen. Er trat mir versehentlich auf den Fuss und wollte fuer den Rest des Abends dann meine Fuesse kuessen, was ich dankend ablehnte. Auf der Tanzflaeche vollfuehrte ein taetowierter Glatzkopf im kurzen Hoeschen einen Stammestanz und daneben rieb sich ein anderer Typ an Helga Federsens Schwester. Die Frau erinnerte mich in der Tat an sie. Nicht nur wurde sie beim Verteilen der Schoenheit irgendwie uebersehen, sie machte alles nur noch schlimmer in dem sie ihr langes schwarzes Haar in 6 oder 8 geflochtene Zoepfe mit bunten Schleifchen und Spangen trug, dazu die engstehenden Augen, die grosse Nase und das Pferegebiss. Ich schwoere, ich habe ja schon viel gesehen und erlebt, aber dieser Ort und diese Menschen uebertrafen alles.

Ich dachte wirklich ich waere in der Twilight Zone. Aber wir Drei hattenunseren Spass mit den bizarren Australier.

Danach ging es dann aufs Schiff. Geplant waren 11 Tauchgaenge in 3 Tagen. Ich hatte ein bisschen Schiss, denn bisher bin ich nur mir einem Tauchguide unterwegs gewesen, der mir nicht nur die gosse weite Unterwasserwelt zeigte, sondern auch den Weg zurueck zum Boot. Auf diesem Trip gab es keinen Fuehrer. Zusammen mit einem “Buddy” (so nennt man den Tauchpartner) musste ich meinen eigenen Weg zurueckfinden. Ueber Wasser ist mein Orientierungssinn fantastisch und ausserdem gibts ja Land- und Strassenkarten und wenn noetig einen Tom-Tom. Unterwasser, gibt es aber nur ein paar Felsen und einen Kompass, mit welchem ich bis dato auf Kriegsfuss stand. Ich hoffte auf einen erfahrenen Tauch-Buddy, aber der Wunsch sollte nciht erhoert werden. Emma, meine Partnerin, hatte gerade erst ihren Schein gemacht und war auch sonst nicht so ganz mein Fall. Aber da es sich so anhoerte, als haette sie unter Wasser keine Angst und verbrauche ihre Luft relative langsam, entschied ich mich mit ihr loszuziehen. Estaunlicherweise machten wir unsere Sache recht gut. Natuerlich kamen wir trotz Befolgung der Kompasseinstellungen die wir vorher vom Tauch-Masters erhalten hatten nicht wirklich wieder am Boot an, denn was sich theroretisch so einfach anhoerte war unter Wasser ploetzlich sehr verwirrend. Es hiess zum Beispiel, folgt 270 Grad bis ihr zu einer grossen goldenen Korallenkugel kommt die ihr nicht uebersehen koennt. dann stellt den Kompass auf 150 Grad bis zu einem grossen spitzen Felsen und dann auf xy Grad um wieder zum Boot zu gelangen. Dann unter Wasser kamen wir zu einer grossen goldenen Kugel, aber das war nicht “die” grosse Kugel, sondern eine andere nicht ganz so grosse,und schon waren wir aufgeschmissen, bzw vom Kurs ab, Aber irgendwie fanden wir den Nachhauseweg immer wieder, auch wenn es hiess, dass wir zwischendurch mal auftauchen mussten um nach den Boot Ausschau zu halten.
Alles in Allem machte das Tachen die ersten beiden Tage super viel Spass, auch wenn die Sicht nicht ganz so prikelnd war und sich die Sonne nicht oft blicken liess. An einem meiner Nachttauchgaenge war ich sogar mutig genug ins Wasser zu springen,obwohl ein paar Haie ums Boot schwammen. Haette nie gedacht, dass ich das machen wuerde, aber es war ein tolles Erlebnis, die grossen Fische aus naechster Naehe zu beobachten.
Viel mehr Angst als vor den Haien hatte ich vor irgendwelchen, unsichtbaren, toetlichen Quallen die es ums Barrier Reef gibt.Wenn die einen erwischen kann man daran binne weniger Minuten sterben uns so mussten wir, obwohl das Wasser total warm war, mega laecherliche Schutzanzuege tragen. Wir sahe darin alle wie kleine Marsmaennchen aus. Nur unser Geischt kuckte raus.
Am 3. Tag wachten wir zu Regen und Wind auf. Unser Kapitaen informierte uns, dass wir nicht mehr alle Tauchgaenge machen koennen, da ein kleiner Cyclone im Anmarsch ist und wir frueher als geplant unseren Rueckweg antreten muessen. Die Hartgesonnenen, zu denen ich nicht gehoerte, machten eine letzten Tauchgang. Es schien mit jeder Minute nahm der Wind und der Regen zu. Obwohl wir uns noch im Schutz des Reefs befanden, schaukelte das Schiff schon ganz schoen. Ich beschloss fuer die Reuckfahrt eine meiner magischen Pillen zu nehmen, die ich mir damals in Chile gegen Seekrankheit gekauft hatte. Obwohl ich noch nie Seekrank war, wollte ich kein Risiko eingehen und die Besatzung hatte uns gewarnt, dass es ganz schoen wild zugehen wuerde. Wild war milde ausgedrueckt. Die Rueckfahrt nach Cairns war wie eine 3 stuendige Achterbahnfahrt. Das Schiff flog nur so durch die Wellen. Teilweise hoben wir ab und knallen dann mit voller Wucht wieder aufs Wasser. Alles was nicht niet und nagelfest war flog durch die Gegend. Ich glaube wir alle waren heilfroh als wie im Hafen andockten und immer noch schwankend von Bord gehen konnten.
Abends gingen wir dann so richtig feiern. Gab ja schliesslich 2 Gruende: Nicht nur hatten wir das Great Barrier Reef ueberlebt, sondern auch den Sturm. Und fuer mich gabs noch einen 3. Grund: Das Ende meiner Reise. Ich hatte nur noch wenige Tage. Vom verregneten Cairns flog ich zurueck nach Sydney wo ich die letzten 4 Tage noch einmal zusammen mit meinen Eltern irgendwo am Strand verbrignen wollte.

Und das waren sie dann, meine 401 Tage Sommer. Nicht immer schien die Sonne, es gab auch ein paar Schauer sowohl am Himmel als auch in meiner Seele, aber ich moechte nicht einen Tag davon missen. Ich habe soviel, gesehen, erlebt und gelernt, und jeder dieser 401 Tage war etwas besonderes.
In weniger als 24 Stunden sitze ich im Flieger zurueck ins wirkliche Leben. Ich freu mich auf all meine lieben Freunde die ich schon so lange nicht mehr gesehen habe, aber ich habe auch ein bisschen Angst vor dem was kommen wird. Auf eine Art ist es fast genauso aufregend zurueckzukehren, als es war loszuziehen. Ich bin gespannt was als naechstes kommt...

Fortzsetzung folgt....

Wir pressenuns in die Ganzkoerperkondome...




Ein Tauchboot in Seenot...

Unser blinder Passagier


Wie haben wir das bloss alles ueberlebt???








Zum Schluss konnte keiner mehr geradeaus kucken...


Alles hat ein Ende...