Seit gestern bin ich nun also in Bangkok angekommen. Puenktlich zum Abflug hat sich bei mir mal wieder eine Erkaeltung eingeschlichen, was bei dem Wetter in Deutschland auch kein Wunder war. Auf jeden Fall bin ich sehr angeschlagen in Stuttgart in den Flieger gestiegen. Zu meinem Entsetzen hab ich es trotz super sorgfaeltigem packen wieder mal auf knapp 17 Kilo geschafft. Wie das weiss nur der liebe Gott, denn mein Klamotten (Badesachen, Jacke und Unterwaesche ausgenommen) wiegen nur knapp 3 Kilo. Die Reisefuehrer und mein Reise-Drogen-Vorrat (Medikamente) dafuer um so mehr. Egal es gibt ja auch in Thailand eine Post und ich bin ja schon geuebt mit dem Nach-Hause-Schicken von ueberfluessigen Dingen (in Mallorca hab ich auch 45 Euro hingeblaettert. Ob ich wohl jemals schlau werder?)
Der Trip fing jedenfalls super an, ich bin doch irgendwie ein kleines Glueckskind. In London hab ich beim Umsteigen gefragt, ob die Moeglichkeit besteht, einen freien Platz neben mir zu bekommen, laute der Dame war aber alles voll. Wie es das Schicksal aber so will hat sich genau die Frau die neben mir sass auf einen anderen Mittelsitz umgesetzt und somit konnte ich fast die ganzen 11 Stunden nach Bangkok mich ausstrecken und pennen. Apropo umsteigen in London. Was fuer ein Alptraum. Die Fahrt von Terminal 5 zu Terminal 4 dauerte fast so lange wie die Fahrt von Pforzheim nach Stuttgart.
Auf jeden Fall kam ich einigermassen fit in Bangkok an und fragte mich zum Express Bus zur Khao San Road, dem Backpacker Central von Bangkok, durch. Von dort machte ich mich auf die Suche nach meinem Guesthouse (hatte mir uebers Internet was vorgebucht). Weahrend ich so die Khao San Road entlang lief, dachte ich “Warum hab ich ueberhaupt Klamotten eingepackt. Hier ist das Shoppingparadisschlecht hin”. Ich musste mich richtig beherrschen nicht mit dem shoppen zu beginnen bevor ich ueberhaupt meinen Rucksack abgestellt hatte.
Das Shambara House entpuppte sich als wahrer Gluecksgriff. Es liegt versteckt in einer kleinen engen Hinterstrasse. Hinter den grossen Holztueren ist ein kleiner Garten mit Pflanzen und einem Teich. Ich hab ein kleines, nettes Einzelzimmer und das Gemeinschaftsbad ist super sauber. Ueber den Preis kann man auch nicht motzen unter $10 die Nacht. I LOVE IT!!!
Mein erster Abend verlief recht ruhig. Ich hatte mit meiner Erkaeltung zu kaempfen und beschloss einfach im Guesthouse zu essen und dann ins Bett zu gehen.
Heute morgen weckte mich der Gruch von gegrilltem Speck. Leider war der nicht fuer mich. Bei Shambara gibts 2 Scheiben Toast mit Butter und Marmelade und eine Tasse Kaffee. Aber das reichte, schliesslich hab ich mir ueber die letzten 4 Monate 6+Kilo angefuttert, die jetzt dringend wieder weg muessen. Um diesem Vorsatz gerecht zu werden ging ich dann auch gleich zu Fuss los Richtung Tempel. Auf der Karte sah es mal wieder nicht so furchtbar weit aus, aber ich lief und lief und lief. Und bald lief nicht nur ich sondern auch der Schweiss und zwar in Baechen. Voellig fertig kam ich am Grand Palace an. Dort musst ich mir dann auch noch ein langarm Shirt und einen langen Rock anziehen. Ich bin vor Hitze fast umgekommen. Aber die Schwitzerei hatte auch was fuer sich, ich glaub ich hab neben der komplette Erkaeltung auch mindestens noch 1 Kilo Gewicht rausgeschwitzt. Die Tempelanlage war irre schoen. Egal wohin man schaut blicken einem glitzerned Tuerme und Gebauede entgegen. Ich war richtig angefixt und machte mich nach 2 Stunden gleich auf zum naechsten Tempel, dem Wat Pho. Hier gibt es einen 46 m langen, 15 m hohnen liegenden Buddha. Er repraesentiert den Eintritt Buddha's ins Nirvana. Als ich um den Buddha rumging sah ich auf der Rueckseite wie Leute Muenzen in eine lange Reihe von Toepfen warfen. Ich hatte keine Ahnung warum sie das machten, sah aber, dass man sich gegen eine Spende einen kleinen Behaelter mit Muenzen nehmen kann und so tat ich es ihnen nach. Ich ging von Topf zu Topf und warf je eine Muenze rein. Ich versucht die Toepfe zu zaehlen, kam aber irgendwann durcheinander und dann ca. 6 oder 7 Toepfe vor dem Letzten gingen mir die Muenzen aus. Ich hab immer noch eine Ahnung was ich da gemacht habe und ob es ein gutes oder schlechtes Zeichen war, dass mir die Muenzen vorher ausgingen.
Die naechsten 2 Stunden verbrachte ich damit den Stoff-Markt zu finden. Ich hatte im Reisefuehrer gelesen, dass es eine Gegend gibt in der man billig Stoffe kaufen kann und da ich mir mein absolutes Lieblingskleid nachscheidern lassen will, wollte ich mal kucken gehen.
Aber in Bangkok einer Strassenkarte zu folgen ist so ziemlich unmoeglich.. Es steht ca. nur jede 3-5 Strasse auf der Karte oder die Strassen heissen irgendwie anders oder sind nur in Thai geschrieben. Der Fact, dass ich hier ueberhaupt nichts lesen kann ist schon komisch. Bisher konnte ich in jedem Land zumindest alles lesen, auch wenn ich es nicht verstanden habe. Aber so manches Wort kann man dann doch ableiten oder sich einpraegen. Hier jedoch sieht fuer mich jedenfalls jedes Wort gleich aus. Sie unterscheiden sich lediglich in ihrer Laenge. Aber das ist nunmal keine Basis um einen Sprache zu lernen oder sich zurechtzufinden.
Aber ich bin einfach mal meinem Instinkt gefolgt und zu Fuss hab ich letztendlich auch alles gefunden. Nur bei der Fahrt mit dem Wassertaxi gabs ein kleines Malheur. Ich wollte das Express Boot zurueck zur Khoa San Road nehmen. Ich hatte rausgefunden dass man nach bestimmten Flaggen kucken muss um das richtige Boot zu erwischen. Nun ich hatte irgendwann das richtige Boot aber da es ein Express boot ist wird erwartet dass man zuegig ein und aussteigt und als ich den jungen Mann am Pier fragte ob das Boot zur Haltestellt xy, die ich mal wieder nciht aussprechen konnte, fuhr nickte er. Ich sprang auf und schon gings weiter, aber leider in die falsche Richtung. So stieg ich beim naechsten Halt wieder aus und wartete auf das naechste Boot. Schliesslich und endlich kam ich nach 8 Stunden dann doch wieder in meinem kleinen Guesthouse an. Mein erster Tag in Bangkok war aufregend und erlebnisreich. Mal kucken wie es weitergeht.
Mein Guesthouse

Mein Zimmer


