…das war mein Trip nach Monterrico. 2 Tage am Strand die Seele baumeln lassen und nichts tun -- als haette ich sonst soviel zu tun -- aber Urlaub ist anstrengend und ich brauchte einfach mal eine Pause :-)) Also ging es Freitag Mittag um 1 Uhr mit dem Touri-Transfer Bus nach Monterrico. Ich hatte Glueck: habe den Trip ueber meinen mittlerweile guten Bekannten Roberto gebucht und da wir nur zu 4. waren (meine Eltern und Mitschuelerin Shelly) hat er uns in seinem keinen Toyota RAV4 gefahren. Das war mal richtig bequem im Vergleich zu den Gefaehrten der letzten 4 Wochen. 2.5 Stunde ging es Richtung Kueste. Wir kamen durch viele Doerfer und ich habe wieder gesehen, wie arm die Menschen hier doch sind. Ich hatte das Gefuehl, je naeher wir an den Strand kamen desto aermlicher und auch schmutziger wurde es. Viele keiner Huette, gebaut aus so ziemlich allem was man sich vorstellen kann. Drumherum jede Menge Muell – vor allem Chipstueten, Plastikflaschen und Coladosen. Wie in vielen dieser Laender haben die Menschen kaum das noetigste zum Ueberleben, kaufen sich dann aber von dem bisschen Geld das sie verdienen Chips und Cola. Die kleinen Kioske die es an jeder Ecke gibt, sind wirklich bis zum Rand mit Suessigkeiten, Chips und suessen Getraenken vollgestopft.Mangels Bildung (die meissten Kinder gehen wenn ueberhaupt 6 Jahre zur Schule) wissen sie auch nicht was Muellentsorgung ist.


Es wird regelrecht das Fenster aufgemacht (wenn es eines gibt) und alles was man nicht mehr brauchen kann hinausgeworfen. Zwischen den Hueten und dem Muell laufen kleine Kinder, Schweine, Hunde, Huehner und Gaense. Der Anblick dieser Armut hat mich sehr traurig gemacht, mir aber auch wieder vor Augen gefuehrt, wie gut es uns allen geht und das wir uns eigentlich nie wieder ueber irgendetwas beschweren sollten. Monterrico ist aber unheimlich schoen. Ein super breiter schwarzer Sandstrand, Palmen und relativ warmes Wassen. Mit unserem kleinen Hotel, Cafe-del-Sol, hatten wir auch riessen Glueck.


Ich hatte es mehr oder weniger blind uebers Internet gebucht.musste dafuer sogar hier auf der Bank eine Anzahlung ueberweisen. Habe in 14 Jahren in LA kein Geld ueberweisen muessen, aber kaum 4 Wochen in Guatemala musste ich mit meinem bisschen Spanisch auf der Bank Formulare ausfuellen. Hat aber alles prima geklappt und Cafe-del-Sol entpuppte sich wie gesagt als ein richtiger Gluecksgriff. Einfach aber sehr sauber mit kleinem Pool und direkt am Strand. Am ersten Abend sind wir 4 durchs „Zentrum“ (nicht viel, hoechstens 100-200 Meter) gelaufen um ein Lokal zu finden in dem wir Abendessen koennen. Bei unserer Erkundungstour am Nachmittag hatten Shelly und ich einen tourguide, Edgar, kennengelernt. Er wollte uns fuer den naechsten Morgen um 5 Uhr eine Sonnenaufgang Boottour durch die Mangroven verkaufen. Das musste ich/wir aber dankend ablehnen, denn fuer nichts auf der Welt wollten wir um 4:30 aufstehen. Wir wollten endlich mal ausschlafen. Auf jeden Fall haben wir Edgar abends wiedergetroffen: Er hat uns zu einem Lokal gefuehrt und gemeint hier gaebe es exellenten Fisch (hmm lecker, mein Lieblingsessen :-) Wir waren zuerst ein bisschen skeptisch denn das Lokal sah etwas mitgenommen aus und es sass kein Mensch drinnen. Nur die Besitzerin, eine dicke Mama, die sich ununterbrochen mit ihrem breitzinkigem Kamm am Kopf kratzte. Nicht seht appetitlich, aber da die Alternativen auch nicht besser waren und wir Hunger hatten gingen wir rein. Was kann im schlimmsten Fall passieren…ein 24 Stunden Date mit dem Klo. Fuer mich gabs auf der Karte 2 Moeglichkeiten Spaghetti mit Tomatensosse oder Pollo. Huehnchen hatte ich ein bisschen ueber also hab ich mich fuer die Spaghetti entschieden, damit kann man ja auch nicht soviel falsch machen. Meine Mutter und Shelly haben sich nach langem hin und her ueberlegen fuer Haifisch Filet entschieden. Der Fisch war wohl sehr lecker. Mein Spaghetti eigentlich auch wenn in der Sosse nicht mehr Knoblauch als tomaten gewesen waeren. Ich hab mich schon im voraus bei Shelly entschuldigt. Die Arme muss mit mir im Zimmer bestimmt fast gestorben sein.
Am Samstag frueh kam meine Lehrerin Marta mit ihren 3 Kindern, Arelli (17), Kevin (14) und Samantha (11). Ich hatte sie kurzerhand am Freitag morgen vor meiner Abfahrt eingeladen am Samstag für einen Nacht zu kommen. Ich dachte mir es wäre vielleicht ein netter Ausflug für die Kinder und ich kann spanisch ueben.

Das Wochenende haette nicht besser sein koennen. Ich hatte eine riesen Spass mit den Kindern und sie fand es am Strand einfach klasse. Auch wenn sie zuerst etwas aengstlich waren. Sie koennen nicht schwimmen und waren auch erst einmal vor 3 Jahren fuer einen Tag (morgens hin abends zurueck) am strand.


Zuerst waren wir im Pool und ich habe versucht ihnen Schwimmunterricht zu geben. Dann sind wir an den Strand und sie haben sich langsam (meine Hand festumkammert) ans Wasser vorgetraut. Die Wellen waren ziemlich hoch und jedes Mal wenn eine grosse kam sind sie kreischend zurrueckgesprungen: Mit Babyschritten haben wir dann die Fuesse in die Fuesse ins Wasser gestreckt und langsam wurden sie mutiger und haben sich sogar hingesetzt. Dabei entdeckten sie Mini-Krebse und die Jagd begann. Stundenlang haben wir kleine Krebse gefangen. Zu Sonnenuntergang sind wir in ein Schildkroeten Sanctuary gegangen um eine kleine Babyschildkroete ins Meer zuentlassen. Jaehrlich legen schildkroeten am Strand von monterrico ihre Eier. Die Nester werden von Raeubern gepluendert und verkauft (sie gelten als Aphrodisiaka). Das Sanctuary versucht so viele Eier wie moeglch zu retten. Wenn die Babys dann schluepfen werden sie wieder ins Meer entlassen. Das findet immer am Abend zum Sonnenuntergang mit einem kleinen „Schildkroeten-rennen“ statt. Fuer 10Q (1 Euro) adoptiert man einen Schildkroete . Alle Adoptiveltern stellen sich dann vorne am ufer in einer reihe auf und entlasse ihre „Schuetzlinge“ gleichzeitig. Wessen Schildkroete es zuerst ins Wasser schafft, bekommt einen kleinen Preis (T-Shirt). Wir haben natuerlich alle ein Baby adoptiert. Man kann sich nicht vorstellen wie klein und putzig die Dinger sind.


Ich haette meinen kleinen „Benny“ am liebsten mitgenommen. „Benny“ hatte es aber eilig. Er wollte endlich in das grosse weite Meer hinaus. Leider ist er auf dem Weg in ein paar tiefe Schluchten (Fussstapfer) gestuerzt und somit war das mit dem 1. Platz nichts. Arellis kleine Schlidkroete wurde 2. Sie war ganz stolz. Aber ist ja auch egal welcher Platz Hauptsache die Kleinen haben es alle ins Wasser geschafft. Jetzt schwimmt dort draussen im Meer also meine kleine Schildkroete. Vielleicht seh ich sie eines Tages beim Tauchen ja wieder….
Nach einem herrlichen Sonnenuntergang im Meer sind wir dann nach dem Essen (diesmal sehr gediegen im Hotel) zu einer kleinen Nachtwanderung aufgebrochen. Mit taschenlampen gingen wir auf „grosse“ Krebssuche.


Es kam so einiges zusammen. Martas Pullover musste als transport-Kontainer herhalten. Als wir voellig erschoepft mit einem Pullover voll Krebsen ins Hotel zureuckkamen stellte Arelli fest, dass sie in der Aufregung den Zimmerschluessel verloren hatte. Marta bestand darauf dass wir ihn suchen gehen. Voellig utopisch bei Nacht. Ein Schluessel am Strand ist wie ne Nadel imheuhaufen. Nach 30 Minutne umherirren konnte ich Marta ueberzeugen dass das keinen Sinn macht. Wir sind ins Hotel zurueckgekehrt, wo die kleine Samantha auf uns gewartet hat. Was dann kam war wie ein Sketch. Samantha sass auf einem grossen Stuhl und streckte uns ihre Beine entgegen, kuckt ihre Mutter an und sagte: „Mami als ihr weg wart ist mir aufgefallen, dass ich ja gar keine Schuhe mehr anhabe. Ich muss die irgendwo unterwegs verloren haben. Ich hab aber ganz fest ueberlegt und ich glaube ich hab sie bei dem Boot am Strand stehen gelassen (beim Fang einer besonders grossen Beute). Marta und ich haben uns vor Lachen fast in die Hose gemacht. Es war einfach goettlich wie sie da sass und uns voellig unschuldig ankuckte. Auf jeden falls sind Arelli und Kevin noch mal los. Sie haben die Schuhe in der Tat gefunden. Den Schluessel aber (natuerlich) nicht. Also mussten wir dem Manager beichten was passiert ist. Er brachte ein Ersatzschluessel und ich versicherte Marta dass sie sich bitte um die Kosten keine Sorgen machen soll. Ich konnt an ihrer Unterhaltung mit den Kindern hoeren, dass sie die Mega Panik hatte was der verlorene Schluessel kosten koennte. Wieder ein Moment in dem ich realisierte welch grosses Problem ein verlorener Hotelschluessel fuer ein Familie wie Marta sein kann.$10 oder $20 sind fuer sie viel Geld. Das Gleuck war uns aber hold und am Sonntagnachmittag kam kurz vor unserer Rueckreise ein „Guatemalteco Lifeguard“ vorbei und brachte den Schluessel. Er hatte ihn im Sand gefunden. Die Lifeguards hier sind uebrigens auch sehr lustig.

Es lebe Baywatch -- Das Webeplakat musst ich einfach fotografieren: David Hasselhoff Made in Guatemala-- Totmuede sind wir am Nachmittag alle 8 im Minibus nach Antigua zurueckgefahren. Ich muss sagen, soviel Spass wie die letzten beiden Tage hatte ich schon lange nicht mehr. Das Leuchten in den den Augen der Kinder zu sehen war fuer mich das schoenste am ganzen Wochenende.
Als ich allerdings zuhause ankam, gab es noch eine schlechte Nachricht. Der Vater von Rafael (Gastvater) ist Samstag Nacht gestorben. Er war zwar schon 97 und seit 10 Tagen ging es ihm sehr schlechte, aber war totzdem traurig. Wir haben alle beschlossen, dass lucrecia am Montag frei hat und wir uns selbst versorgen…
Morgen ist Karneval in der Schule, verkleiden tut man sich hier aber nicht. Bin gespannt und were Euch bald berichten…